Melden Sie sich im Netzwerk an und nehmen Sie an unseren Werkstätten teil!

 

» Anmeldung


Was bringt Diversity? Über die Nutzbarmachung von Vielfalt diskutieren wir am 03.04.2019 bei EnBW in Karlsruhe.

 

» Synergiewerkstatt XXV


‚Diversity goes international‘ war Thema unserer Werkstatt am 15.11.2018 bei ERGO in München.

 

» Synergiewerkstatt XXVI


Bleiben Sie über das Netzwerk informiert!

 

» Newsletter


Synergiewerkstatt XXV: Vorurteile? Ich doch nicht! Die Krux mit dem Unconscious Bias

Gastgeber: Stefan Guffart, Mitglied des Vorstands Internationaler Bund, Co-Gastgeber: Niels Spellbrink, Geschäftsführer IB Berlin-Brandenburg gGmbH

Jubiläumsveranstaltung in Berlin
22. Juni 2018 mit Vorabendprogramm

Eine Veranstaltung zum Diversity Day der Charta der Vielfalt

Einblicke ins Vorabendprogramm zum Jubiläum

In einem festlichen Auftakt begrüßte Dr. Petra Köppel, Leiterin des Netzwerks ‚Synergie durch Vielfalt‘, zu der Jubiläumsveranstaltung und lud zu ungewohnten Begegnungen zwischen unterschiedlichen Gruppen ein – ein Höhepunkt nach neun Jahren intensiver Netzwerkarbeit.

 

Elke Breitenbach, Die Linke, Berliner Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, ließ sich ein persönliches Grußwort nicht nehmen. Sie betonte die wachsende gesellschaftspolitische Bedeutung von Diversity Management und wandte sich entschieden dagegen, Menschen auf eine einzige Eigenschaft wie ‚Flüchtling‘ oder ‚Türke‘ zu reduzieren. Vielfalt wird verhindert, wenn Menschen sich aus dem Weg gehen, statt gemeinsam dafür zu kämpfen, dass Diversity sich durchsetzt.

 

Kerstin Ewert, Geschäftsführerin IB Berlin-Brandenburg gGmbH, hob die unmittelbare Nachbarschaft des ehemaligen Notaufnahmelagers Marienfelde mit seiner Ausstellung zur deutsch-deutschen Flucht und der aktuellen Flüchtlingsunterkunft in Trägerschaft des IB hervor: Flucht ist kein neues Phänomen, sondern ein dauerhaftes Thema. Der IB betreut acht Wohneinrichtungen für geflüchtete Menschen und darüber hinaus 22 Kitas, mehrere Wohnanlagen für wohnungslose Menschen, Krisenhäuser und zahlreiche weitere soziale Einrichtungen. Er hilft den Menschen über Betreuungsangebote, Ausbildungen, Wohnungs- und Arbeitsvermittlungen, sich in die Gesellschaft zu integrieren.

 

Uta Sternal, Leiterin der Gemeinschaftsunter­kunft, ergänzte Fakten und Hintergründe zum Veranstaltungsort: Marienfelde ist eine Einrichtung für 700 Geflüchtete. Davon kommen die meisten über das Resettlement-Programm der Bundesregierung für besonders schutzbedürftige Menschen in die sanierungsbedürftige, aber gegenüber Containerlagern angenehme Anlage. Es wohnen zahlreiche Familien hier; davon stellen mit ca. 500 Personen Syrer_innen die Mehrheit. 150 Afghan_innen waren zuvor bei der Bundeswehr in Afghanistan beschäftigt. Die Hälfte aller Bewohner_innen sind Kinder – daher sind eigene Wohnungen als Rückzugsort für die Familien sehr wichtig.

 

Von der Familie Tello aus Syrien stellte der Sohn (Student der Politikwissenschaften) die „Geschichte hinter dem Essen“ des Abends vor. Auf der Flucht vor dem diktatorischen System in Syrien war die Familie vor sechs Jahren in Marienfelde gelandet und fühlte dort zunächst „Mut und Angst, Verlorenheit und Geborgenheit“. Ihr Leben in Deutschland begann mit der Beantragung der Aufenthaltserlaubnis, der bis heute zahlreiche bürokratische Genehmigungsprozesse folgten. Zunächst lebte sie im festen Glauben an eine baldige Rückkehr nach Syrien. Doch dann kam die Entscheidung, in Deutschland zu bleiben und hier eine neue Existenz aufzubauen. Der Vater, von Beruf Bauingenieur, war federführend im Aufbau des eigenen Cateringunternehmens ‚Oriense‘. Die Familie dankt besonders ihren ersten Kund_innen für ihr Vertrauen und damit den Erfolg ihres Unternehmens.

 

Der Abend wurde abgerundet mit musikalischen Eindrücken aus Syrien und Afghanistan. In einem ‚Care Slam‘ machten Pfleger_innen den Mund auf zur erdrückenden Situation in deutschen Altenheimen und Krankenhäusern. Personal- und damit Zeitmangel erlauben keine angemessene Behandlung und führen zu Überlastung und Gewissensbissens einerseits und Einsamkeit und Vernachlässigung andererseits. Ihre persönlichen Geschichten, die bis hin zu Suizid einer Patientin reichten, lösten tiefe Betroffenheit unter den Gästen aus. Großer Dank gilt den ‚Care Slamern‘ Astrid Barrera, Yvonne Falckner, Esma Özdemir, Katharina Schur, Ella Schwarz (Sängerin) und Scott Anthony Marsh (Gitarre).