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Jubiläumsveranstaltung: Synergiewerkstatt X
Vielfalt – nach außen scheinen, nach innen leben

04./05. Juni 2012 in Düsseldorf
mit hochkarätigem, öffentlichen Vorabendprogramm

Gastgeber:
Dr. Ulf Mainzer, Personalvorstand ERGO Versicherungsgruppe

 

Höhepunkte der Abendveranstaltung am 04. Juni 2012

Die zehnte Synergiewerkstatt bot als Jubiläumsveranstaltung einige besondere Programmpunkte, vor allem ein erstmals öffentliches Abendprogramm. Dr. Petra Köppel, Inhaberin von Synergy Consult und Leiterin des Netzwerks ‚Synergie durch Vielfalt' sowie Gastgeber Dr. Ulf Mainzer, Personalvorstand von ERGO, freuten sich über zahlreiche illustre Gäste in Düsseldorf. Beim Abendprogramm waren PersonalmanagerInnen und Diversity-Beauftragte aus Unternehmen, aber auch Interessenten aus Nichtregierungsorganisationen, Migrantenvereinigungen und öffentlichen Einrichtungen vertreten.

Dr. Petra Köppel eröffnete den Abend und stellte die Ziele und bisherigen Veranstaltungen des Netzwerks vor. Bei dessen Gründung hatte sie selbst nicht geahnt, dass der Bedarf an Austausch zu Diversity zehn Synergiewerkstätten später noch lange nicht gedeckt ist. Sie verwies auch auf die Umfrage „Wie viel Vielfalt brauchen wir?“, die das Netzwerk derzeit online durchführt. Eine erste Auswertung ergab: 86 Prozent der TeilnehmerInnen antworteten, dass das Topmanagement ihres Unternehmens Diversity Management unterstützt, 63 Prozent haben eine DM-Strategie, 43 Prozent einen Diversity Manager. Allerdings müssen sich Unternehmen häufig aufgrund von Kapazitätsengpässen auf wenige Dimensionen beschränken, vor allem zu Beginn der Einführung.

Dr. Ulf Mainzer erläuterte als Gastgeber „Die Diversity-Strategie der ERGO“. Professor Klaus Schäfer, Staatsekretär im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW, berichtete über „Vielfalt – der Beitrag der Politik“. Nach einer anregenden Pause zur Stärkung und zum Netzwerken ging es mit einer hochkarätigen Podiumsdiskussion „Durch Andersartigkeit zum Erfolg“ weiter.

Der spanischstämmige Journalist und Moderator Juan Moreno, Der Spiegel und WDR Funkhaus Europa, hinterfragte charmant-kritisch die Eindrücke der PodiumsteilnehmerInnen zu tatsächlich gelebter Vielfalt – ohne rosarote Brille.

Zunächst betonte Vural Öger, Geschäftsführer der ÖGER TÜRK TUR GmbH und ehemaliger SPD-Abgeordneter im Europäischen Parlament: „Ich finde, dass die Integration in Deutschland auf einem guten Weg ist. Immer mehr Unternehmen stellen junge, türkischstämmige Jugendliche ein – im Dienstleistungssektor, im Management, in klassischen Handelsberufen. In den letzten Jahren ist viel passiert; es muss noch besser werden. Es gilt, diese Vielfalt zu bewahren.“ Er ärgerte sich aber über die Vermischung von Religion und Staatszugehörigkeit: „Leider wird immer noch mit Klischees gearbeitet. Bilder über Einwanderer in Kreuzberg sind immer Bilder von jungen Frauen mit Kopftüchern, dabei gibt es eine große Menge an Türkinnen, gerade in Kreuzberg, die kein Kopftuch tragen. Da spielen die Medien eine große Rolle.“ 

Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführerin der Börse München und Vorstand der Bayerische Börse AG, betonte: „Wir brauchen nicht zuletzt in einer älter werdenden Gesellschaft alle unsere Leistungsträger. Ganz gleich, welches Geschlecht, welches Alter und welcher kulturelle Hintergrund gegeben ist. Die Firmen, die das tun, werden beim Rennen um die Besten vorne sein.“ Zur Motivation von Frauen böten sich viele Möglichkeiten an, wie z.B. die Aufhebung von Gehaltsunterschieden. Niedrigere Löhne für Frauen führten dazu, dass sich in Familien aus wirtschaftlichen Gründen eher Frauen für die Familie statt für die Karriere entscheiden. Wegen solcher negativen Anreize stellte auch sie fest: „Trotz der breiten Zustimmung in der Gesellschaft zur Gleichberechtigung brauchen solche Veränderungen sehr lange.“

Dr. Petra Köppel unterstrich, dass sich Rollenklischees ändern müssen: „Engagement und Effektivität werden erst dann steigen, wenn es für MitarbeiterInnen selbstverständlich ist, als Vater die Elternzeit zu nehmen oder als Muslimin anerkannt zu werden.“ Dass Männer in der aktuellen Zeit der Frauenförderung nicht mehr zum Zuge kommen, sei Angstmache und widerspreche der Idee von Inklusion: „Es geht um die Kompetenzen eines jeden Einzelnen – daher sollen in Zukunft auch alle MitarbeiterInnen angesprochen werden, seien es Männer oder Frauen.“ 

Dr. Ulf Mainzer sieht es bei der ERGO bereits als übliche Praxis an, Kopftuchträgerinnen einzustellen und zu akzeptieren. Vorbilder zeigten: hier ist Vielfalt wirklich ein Thema, hier wird sie wirklich gelebt. Nur so könne Vielfalt auch nach außen glaubwürdig gezeigt werden. 

Staatssekretär Prof. Klaus Schäfer erläuterte, dass vor 40 Jahren Frauen noch kein Konto eröffnen durften. Seine Elterngeneration erlebte positive Entwicklungen zur Teilhabe von Frauen noch viel intensiver als die junge Generation, die viele Errungenschaften bereits als normal ansehe. Heute müsse aber viel stärker auf Stärken anstatt auf Schwächen geachtet werden: So sollten z.B. weniger Sprachschwierigkeiten und mehr die Kreativität von Jugendlichen in den Vordergrund gestellt werden.

Hans Sarpei, Fußballspieler aus Ghana, spiegelte den TeilnehmerInnen: „Im wirklichen Leben sieht die Welt nicht immer rosig aus – Diskriminierung und Rassismus gehören in Deutschland zur Realität. Doch die Tore schießen wir in multikulturellen Teams – hätten wir nicht Spitzensportler aus aller Welt, hätten wir keine Chance.“

Zum Schluss durften die Gäste über (kulturelle) Unterschiede lachen: der türkischstämmige Kabarettist Fatih Çevikkollu führte bissig Stereotype vor Augen, um zu kommentieren: „So wie Hans Sarpei, Juan Moreno und ich sehen die Deutschen heute aus!“ 

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