Melden Sie sich im Netzwerk an und nehmen Sie an unseren Werkstätten teil!

 

» Anmeldung


Diversity in der Arbeitswelt 4.0? Wie's geht, darum ging es bei der AOK Hessen in Frankfurt.

 

» Synergiewerkstatt XXIV


Let’s share it! Bei Unilever widmeten wir uns der 'Vereinbarkeit von Familie & Beruf für Männer & Frauen'.

 

» Synergiewerkstatt XXIII


Bleiben Sie über das Netzwerk informiert!

 

» Newsletter


Synergiewerkstatt XXIV:

Diversity in der Arbeitswelt 4.0

Dienstag, 28. November 2017
mit Vorabendprogramm

Gastgeber: Karlheinz Löw, Direktor Personal- und Ressourcenmanagement, AOK Hessen, Frankfurt am Main

Die vierundzwanzigste Synergiewerkstatt trug Synergy Consult in Kooperation mit der AOK Hessen in Frankfurt am Main aus. Am Vorabend durften die Diversity-Fach- und Führungskräfte das größte Frankfurter Kundenzentrum der Gesundheitskasse mit sichtbaren Belegen für die internationale Kundschaft und Belegschaft kennenlernen, beispielsweise fünfsprachigen Wegweisern.

Zur Synergiewerkstatt begrüßte Dr. Petra Köppel, Inhaberin von Synergy Consult und Leiterin des Netzwerks ‚Synergie durch Vielfalt‘, ihre Gäste, indem sie den Bezug zwischen Diversity und Digitalisierung herstellte. In den derzeitigen Digitalisierungsvorhaben wird als größte Hürde die Schaffung einer neuen Unternehmenskultur erkannt – diese kann mithilfe von Diversity Management überwunden werden. Denn Diversity Management nimmt die Menschen im Change Prozess mit. Bisher vernachlässigte Mitarbeitergruppen wie z.B. Frauen, Behinderte und Ältere können sich über neue Arbeitsmodelle besser einbringen. Bunte Belegschaften bieten zusätzliche Kompetenzen, fördern Innovation und sorgen für einen neuen Führungsstil, der in Zeiten der Flexibilität genau der richtige ist.

Gastgeber Karlheinz Löw, Direktor Personal- und Ressourcenmanagement der AOK Hessen, griff die Angst auf, dass Technik alles grau erscheinen lasse – doch beinhalte Digitalisierung auch „unglaublich viel Farbe“. Digitalisierung kann einerseits durch automatisierte Prozesse den Fachkräftemangel abmildern und rund um die Uhr Service ermöglichen. Andererseits braucht es den Menschen nach wie vor als einfühlsamen „Kundenversteher“. Dabei wird die Unternehmenskultur durch die Führungskultur entscheidend geprägt. Führungskräfte müssen Vorbilder sein, die auf sonntägliche E-Mails verzichten und ihrem Team Vertrauen schenken, auch wenn Mitglieder im Home-Office arbeiten. Ohne geschulte Mitarbeiter_innen „frisst die Kultur die Strategie zum Frühstück“ und bleiben die teuersten Software-Tools ungenutzt.

Isabelle Skodda, HR Program Manager Diversity & Development von Microsoft Deutschland, stellte ‚Diversity & Digitalisierung bei Microsoft‘ vor. Microsoft ermöglicht einen Work-Life-Flow und steht damit für die Überzeugung, dass eine individuelle und selbstbestimmte Gestaltung des Alltags mit fließenden Übergängen zwischen Arbeit und Privatem möglich ist. Dementsprechend ist Arbeiten dort möglich, wo WLAN ist. In der gerade fertig gestellten Münchner Deutschlandzentrale nach eigens erstelltem Konzept gibt es keine festen Arbeitsplätze mehr, sondern je einen Bereich für konzentriertes, geschütztes und gemeinsames Arbeiten. 

Tamas Toth, Global Head E2E Supply Chain Optimization and Development bei Novartis, erläuterte im Interview vor allem Risiken der Digitalisierung. Demnach sind besonders Geringqualifizierte und Nichttechnikaffine Verlierer. Gleichzeitig ist es der Mensch, der die Digitalisierung aus – nicht immer gerechtfertigter – Angst heraus bremst. Toth wünscht sich von den Personalabteilungen eine enge Unterstützung bezüglich Qualifizierungen und Umschulungen, aber auch bezüglich bisheriger Grauzonen wie digital möglicher Leistungsüberwachungen, Persönlichkeitsmodelle, internationaler Teamführung oder flexibler Arbeitseinsatzplanung in Stoßzeiten.

Michael Bossert, Projektleiter Arbeitswelt 4.0, AOK Hessen, erläuterte, dass die AOK Hessen auf ihren Kernkompetenzen aufbaut, um die Digitalisierung in den Dienstleistungsprozess der Beratung und Betreuung von Kund_innen einzubringen. So werden Kundenbedürfnisse digital aufgenommen und abgewickelt. Dadurch wird gewährleistet, dass von jeder/m Kundenbetreuer_in an jedem Standort alle bereits erfolgten Informationen und erfragten Bedarfe vorliegen und der/die Kund_in nahtlos betreut werden kann. Für die Belegschaft ergeben sich flache Hierarchien und auf Vertrauen basierende Teamarbeit.

Im Forum diskutierten die Diversity-Expert_innen die Chancen und Risiken der Digitalisierung – und inwiefern Diversity Management unterstützen kann:

Als Risiko wurde genannt, vom Recruiting an (nur) digital-affine Bewerber_innen anzunehmen und langfristig eine einseitig besetzte Belegschaft zu erhalten bzw. eine Belegschaft, die Mitarbeiter_innen mit wenig Technikverständnis ausgrenzt. Auch die Gefahr von Massenentlassungen von Geringqualifizierten, deren Jobs wegfallen, wurde gesehen. Für die Gesellschaft stellt sich darüber hinaus die Frage, welche (digitalen) Fähigkeiten von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen gelehrt werden sollen. Diversity Management kann den Risiken entgegentreten, indem es nicht nur technische, sondern auch humane Ziele und Werte einbezieht. Über Inclusion soll eine Akzeptanz für alle geschaffen und jeder nach seinen Stärken eingesetzt werden. 

Als Chancen der Digitalisierung wurde eine umfassende Arbeitszeitreduktion angeführt, die bei einer Verteilung auf die gleiche Bevölkerungszahl ein Benefit für alle bedeuten oder aber den demografischen Wandel abfedern kann. Digitalisierung ermöglicht neue Geschäftsmodelle und umfassenden Kundenservice sowie körperlich weniger fordernde Arbeitsbedingungen. Diversity Management kann unterstützen, indem es einen Führungsstil aufbaut, in dem Vertrauen gilt und Soft-Skills gefördert werden, die für Innovation und Flexibilität benötigt werden. Über den Fokus auf Potentiale können Talente sichtbar gemacht werden, die bisher im Unternehmen noch nicht aufgefallen sind.

In drei Kreativwerkstätten beschäftigten sich die Teilnehmer_innen mit der Zukunft: Wie wird der Prototyp Arbeitsplatz aussehen? Wie die Zusammenarbeit? Und gibt es eine Vereinbarkeit 4.0? 

Allen Mitgliedern des Netzwerks ‚Synergie durch Vielfalt‘ und Teilnehmer_innen der Synergiewerkstatt XXIV stehen die Materialien und Ergebnisse der Werkstatt bei der AOK Hessen im Folgenden zur Verfügung.

Liebe Mitglieder und Schnuppergäste der Synergiewerkstatt XXIV,

bitte loggen Sie sich in der linken Spalte unten ein, um die exklusiven, nichtöffentlichen Beiträge in voller Länge lesen zu können.

Folien Dr. Petra Köppel: ‚Digitalisierung – was heißt das?‘

Folien Karlheinz Löw: ‚Diversity in der Arbeitswelt 4.0 der AOK Hessen‘

Folien Isabelle Skodda: ‚Diversity & Digitalisierung bei Microsoft‘

Folien Michael Bossert: ‚Auf dem Weg in die Zukunft: Die Arbeitswelt 4.0‘

Dokumentation ‚Pro und Contra Digitalisierung‘

Dokumentation ‚Kreativwerkstätten‘

nach oben